Dissertation - News

 

"On ne voit bien qu´avec le coeur. L´essentiel est invisible pour les yeux."

Antoine de Saint-Exupéry


OECD-Studie: Bildung bringt Wachstum

24. Januar 2010

Laut einer aktuellen Studie in allen OECD-Staaten würde das Bruttoinlandsproduct (BIP) in den nächsten 20 Jahren um 115 Billionen US-$ höher liegen, wenn die Fähigkeiten der Schüler um 25 PISA-Punkte gesteigert werden würden. Für Deutschland allein für sich es schon lohnen: Der errechnete Gewinn würde 5.000 Mrd. Euro betragen, wenn die nächste Schülergeneration das Niveau des mehrfachen PISA-Siegers Finnland erreichen würde. Bildung zahlt sich demnach in noch höheren Beträgen aus, als zuvor angenommen, laut Bildungsforscher Andreas Schleicher von der OECD. Relativ kurzfristig Erfolge erzielen ist dabei ebenfalls möglich: So konnte Polen sein Bildungsniveau zwischen 2000 und 2006 um 25 PISA-Punkte steigern - was exakt die Höhe der PISA-Empfehlung entspricht.

Die OECD hat damit erstmalig den langfristigen Wert besserer Ausbildung errechnet. Die Studie basiert auf Daten aus den USA der letzten 50 Jahre. Erstellt wurde sie von dem Stanford Professor Eric H. Hanushek » und dem Münchner Bildungsökonom Professor Ludger Woessmann ». An sich sind die Erkenntnisse nicht neu, aber da es sich um sehr langfristige Renditen handelt, werden sie von der Politik in fast allen Ländern mißachtet. Derzeit verpassen allein in Deutschland etwa 17% der Schüler die Mindestanforderungen für das Berufleben.

Allerdings muss nicht unbedingt nur mehr Geld für Bildung eingesetzt werden: In der Studie wurde auch ermittelt, dass zusätzliches Kapital die Ergebnisse nur zu 25% erklären. Demnach sei viel wichtiger, vorhandenes Kapital effizienter einzusetzen. Dazu gehören mehr Investitionen in frühkindliche Bildung sowie einer Verbesserung des Unterrichts. Ebenfalls gehören Verbesserungen in den Fertigkeiten der Arbeitnehmer in diese Kategorie. Ein Betreuungsgeld dagegen, dass es Eltern aus bildungsfernen Schichten erleichtert, ihre Kinder nicht in den Kindergarten zu schicken, ist nach Auffassung Schleichers kontraproduktiv.

Die vollständige OECD-Studie zum Download:

The High Cost of Low Educational Performance. The long-run economic impact of improving Pisa outcomes »

 

Heckman: Stärkere Förderung der Unterschicht wichtig

29. März 2008

Nach Auswertung der Daten aus den US-amerikanische Sozialprojekten "Abecedarian-Programm" und dem "Perry-Preschool-Project" kam der US-Ökonom und Nobelpreisträger James Heckman » zu dem Schluss, dass es sich für den Staat langfristig finanziell mehr lohnt, stärker in die Bildung der Unterschicht zu investieren, anstatt mit steuerlichen Begünstigungen Mittelschichtskinder mehr zu unterstützen. Bei stärkerer Förderung der letztgenannten sind die Effekte minimal und könnten finanziell auch von den Familien getragen werden; bei den Kindern aus der Unterschicht hingegen sind die Effekte enorm, aber es fehlt oft an dem Willen oder an der finanziellen Möglichkeit.

James Heckman unterstreicht, dass Arbeitslosenprogramme für über 18 Jährige in dem meisten Fällen sogar negative Renditen erzeugen können, da die Schere zwischen Benachteiligten und Privilegierten nicht erst in dem Alter beginnt, sondern schon in der frühen Kindheit. Dort sollte auch mit den Förderprogrammen angesetzt werden, und diese gerade für Kinder der Unterschicht kostenlos sein. Darüber hinaus verlangt er Gebühren für wohlhabende Familien.

Mehr Kapital sei für die Maßnahmen allerdings nicht nötig: Die Allokation der vorhandenen Budgets müsste verbessert werden: Weniger Geld in Qualifizierungsprogramme für Arbeitslose, denn die sind oft nur Verschwendung staatliche Mittel, dafür mehr Geld in die frühkindliche Bildung benachteiligter Kinder.

Das gesamte Interview mit James Heckman in der Süddeutschen Zeitung:

Gespräch mit Nobelpreisträger Heckman: ''Die Mittelschicht soll Gebühren zahlen'' »

 

LIFE-Studie: Soziale Herkunft bestimmt sehr stark Bildungserfolgs in Deutschland

03. Januar 2008

Nach Auswertung einiger Ergebnisse der LIFE-Studie (Lebensverläufe von der späten Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter), einem Kooperationsprojekt der Universitäten Zürich und Konstanz, ermittelte der Bildungsforscher Prof. Helmut Fend, dass die Bildung des Elternhauses nicht nur in besonders starkem Maß auch die Bildung der Kinder beeinflusst, sondern dass Deutschland damit sogar an der Spitze aller OECD-Länder steht. „Die Chancen eines Arbeiterkindes, einen Hochschulabschluss zu erreichen, stehen im Vergleich zu einem Kind aus den Bildungsschichten eins zu zwölf.“ (Fend) Die Ergebnisse unterstützen ebenfalls die Aussagen des deutsche Bildungsökonoms Ludger Woessmann », wonach eine Aufteilung der Schüler nach der 4. Klasse zu früh sei. In Deutschland bestimmt demnach die soziale Herkunft in starkem Maße den zukünftigen Weg der Schüler und verfestigt damit soziale Strukturen.

Die gesamte Studie:

Institut für Erziehungswissenschaft- Universität Zürich: "LifE-Studie. Lebensverläufe ins frühe Erwachsenenalter" »

Der gesamte Artikel aus der ZEIT:

Schwerer Weg nach oben: Das Elternhaus entscheidet über den Bildungserfolg – unabhängig von der Schulform »