
Hommage
"On ne voit bien qu´avec le coeur. L´essentiel est invisible pour les yeux." Antoine de Saint-Exupéry Diese Seite ist all jenen Wissenschaftlern gewidmet, die auf mich einen großen Eindruck gemacht haben: Einerseits durch ihre großen Leistungen im Bereich Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften oder den Einfluss, den sie auf sie hatten, und andererseits aber auch durch ihre Kritik an bestehenden Theorien und durch die Anwendung völlig neuer Ansätze Wegbereiter für moderne Lösungsansätze wissenschaftlicher Fragestellungen sind. Da ich persönlich auch eine großen Wert auf Interdisziplinarität und Realitätsnähe lege, stechen die vorgestellten Wissenschaftler ebenfalls mit diesen Ansätzen in ihren Arbeiten hervor. Im Einzelnen präsentiere ich die Personen kurz, fasse ihre wesentlichen Theorien zusammen und empfehle die wichtigste Literatur. Die Liste legt natürlich keinen Wert auf Vollständigkeit. Paul Krugman (*1953) Professor für Volkswirtschaftslehre, Princeton University. Paul Robin Krugman ist ein US-amerikanischer Professor für Volkswirtschaftslehre und lehrt derzeit an der Princeton University. Er ist Autor wegweisender Publikationen, u.a. des 2007 veröffentlichen Essays „Who Was Milton Friedman?", in dem er sich kritisch mit dessem Erbe auseinandersetzte. 2008 erhielt er den Wirtschaftsnobelpreises für seine „Analysen der Handelsmuster und Räume wirtschaftlicher Aktivität“ aus den Bereichen New Trade Theory und der Neuen Ökonomischen Geographie. Desweiteren ist er bekannt für seine Kritik an der exzessiven Formalisierung der Wirtschaftstheorie und der Begründung der sogenannten Neuen Ökonomischen Geographie.
Ansichten - Paul Krugman zählt zu den angesehensten und vor allem interessantesten Volkswirten, der sich als einer der wenigen führenden Ökonomen ernsthaft kritisch mit dem geistige Erbe der Ära Milton Friedman's und der exzessiven Formalisierung der Wirtschaftstheorie auseinandersetzt. Promoviert im Bereich flexibler Wechselkurse, wurde er später Berater für Ronald Reagan, konnte sich mit seinen kritischen Positionen jedoch nicht durchsetzen. Krugman setzt sich für eine stärkere Kritik an der Formalisierung und Mathematisierung von modernen volkswirtschaftlichen Modellen ein, die seiner Ansicht nach mit ihrer Annahme völlig rationalen menschlichen Verhaltens zugunsten realistischer Beschreibungen menschlicher Verhaltenweisen ersetzt werden sollten, um volkswirtschaftliche Probleme realitätsnäher zu beschreiben und bessere Lösungen zu bieten. Die in den 1950er Jahren veröffentlichen Thesen von Paul Samuelson passen besser auf die aktuelle Wirtschaftskrise als viele moderne Studien. Trotz seiner Kritik an der Mathematisierung "als Selbstzweck", erkennt er durchaus deren Nutzen an: “I am a strong believer in the importance of models, which are to our minds what spear-throwers were to stone age arms: they greatly extend the power and range of our insight. In particular, I have no sympathy for those people who criticize the unrealistic simplifications of model-builders, and imagine that they achieve greater sophistication by avoiding stating their assumptions clearly. The point is to realize that economic models are metaphors, not truth.” Source » Literatur - Zu seinen bedeutendsten Werken zählt das 1993 veröffentlichte "Geography and Trade", in dem er neue Ansätze in der Außenwirtschaftstheorie legte: Krugman unterstellt Mobilität der Produktionsfaktoren und berücksichtigt die dabei entstehenden Transportkosten. Die Annahme eines vollkommenen Marktes wird fallen gelassen; mehrere Gleichgewichte sind möglich sowie ungleichgewichtige kumulative Prozesse, die zufälligen historischen Situationsbedingungen und der Mechanismus sich selbst erfüllender Prognosen einen großen Einfluss auf die Wirtschaftsentwicklung einer Region haben kann. Dadurch rückt er räumliche Agglomerationsprozesse und zunehmende Skalenerträge durch Spezialisierung in den Mittelpunkt der Betrachtung. In seinem 2007 veröffentlichten Essay „Who Was Milton Friedman?", kritisierte er dessen radikale Marktgläubigkeit als wissenschaftlich längst überholt und machte ihn dafür verantwortlich, dass er mit seiner intellektuellen Engstirnigkeit das Fundament legte, mit dem die heutigen Ökonomen viel zu enge und realitätsfremde Annahmen über das menschliche Verhalten träfen. Sein Paper löste im Folgenden eine rege Diskussion in der Fachwelt aus. Internet - Princeton University: http://www.princeton.edu/pkrugman/ »
Jared Diamond (*1937) Professor für Geographie and Physiology, University of California. Jared Mason Diamond ist ein US-amerikanischer Evolutionsbiologe, Physiologe und Biogeograf. Nach seinem Studium in Harvard und der folgenden Promotion in Cambridge 1961 leitete er für viele Jahrzehnte Feldforschungen mit zahlreichen anthropologischen und evolutionsbiologischen Expeditionen in Neu-Guinea. Seit 2004 ist er Professor für Geografie an der University of California in Los Angeles. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine breit interdisziplinären Ansätze, in denen er die neuesten Erkenntnisse aus Anthropologie, Biologie und Geschichte zusammenhängend darstellt, um die menschliche Entwicklung möglichst realitätsnah darzustellen.
Ansichten - Diamonds wichtigstes Anliegen seiner Forschung ist es zu belegen, dass die Unterschiede in der Entwicklung der Völker nicht rassisch begründet ist, sondern in der unterschiedlichen Ausstattung des Lebensraumes der Menschen, der ihnen entsprechend nur geringe oder viele Möglichkeiten zur zivilisatorischen Weiterentwicklung gibt. Seine Fähigkeit wissenschaftliche Forschungsfragen durch einen breit interdisziplinärer Ansatz nachzugehen ist ein großer Glücksfall für die Wissenschaft. Da auch im realen Leben Entwicklungen nicht autonom verlaufen, zieht er zur Erklärung von Ereignissen oder Zuständen mehrere wissenschaftliche Disziplinen heran, unter anderem Anthropologie, Biologie und Geschichte. Literatur - Unter seinen zahlreichen Bestsellern stechen vor allem zwei Werke wissenschaftlich hervor: In seinem im Jahr 2000 veröffentlichten Buch "Der dritte Schimpanse" greift er auf Erkenntnisse der Evolutionsbiologie, Linguistik, Geschichte, Archäologie und weiterer Disziplinen zurück, um die Frage zu beantworten, wie die entscheidenden Besonderheiten der Menschen zu erklären sind: Lebenszyklus und Sexualverhalten, Sprache, Kunst, Landwirtschaft, Völkermord und Umweltzerstörung. In seinem 1997 veröffentlichtes Werk "Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften." (engl. Guns, Germs, and Steel: The Fates of Human Societies.), für das er den Pulitzer-Preis erhielt, vertritt er die These, dass die jahrtausendelange und noch immer anhaltende Dominanz der eurasischen Kulturen gegenüber den afrikanischen, australischen und indo-amerikanischen Kulturen vor allem in der unterschiedliche Verfügbarkeit domestizierbarer Pflanzen- und Tierarten auf den verschiedenen Kontinenten begründet liegt, die im Folgenden der Bauernkultur klare Vorteile gegenüber den Jägern und Sammlern verschaffte und somit die Grundlage für moderne Zivilisationen mit ihrer Schriftführung, Staatsführung und letztlich auch Waffenproduktion legte. Der Mangel an großen Nutztieren oder einer breiter Basis an proteinhaltiger Nahrungsmittel führte schon frühzeitig zu strukturellen Nachteilen der Einwohner Australiens, Afrikas und Amerikas, die im Folgenden nicht mit der Entwicklung der eurasischen mithalten konnte. Auch die geografische Lage - seine These der Vorteilhaftigkeit der Ost-West-Achse Eurasien gegenüber der Nord-Süd-Achse Afrikas und Amerikas - führte zu einem jahrhundertelang schnelleren Austausch von Errungenschaften und resistenzbegründenden Infektionskrankheiten über Verkehrswege, während hohe Gebirge (Anden), Wüsten (Sahara) und tropische Urwälder (Amazonas) von endloser Weite als Innovationsbarrieren wirken. Im Jahr 2005 veröffentlichte er seinen letzten Bestseller: "Collapse. How Societies Choose to Fail or Succeed." in welchem er unter anderem darauf hinwies, dass auch das Vorhandensein von Wissen über die notwendigen Verhaltensweisen von Völkern zum Erhalt ihrer Lebensgrundlage trotzdem zu strukturell falschen Entscheidungen führen können, die dessen Untergang bewirken, weil die Menschen sich durch Ignoranz der Auswirkung ihrer Lebensweise auf die Umwelt ihre Umwelt zerstörten und damit die Grundlage für das Überleben ihrer Kulturen entziehen (Wikinger in Island und Grönland, Maya in Mexico, Ureinwohner auf den Osterinseln). Das widerspricht auch dem Ansatz der rationalen Handlungen menschlicher Subjekte, welcher in der modernen Wirtschaftstheorie zugrundegelegt wird. Internet - University of California: http://www.geog.ucla.edu »
Nouriel Roubini (*1958) Professor für Volkswirtschaftslehre, New York University. Roubini ist ein US-amerikanischer Nationalökonom. Er ist Professor an der zur New York University gehörenden Stern School of Business und Gründer und Vorsitzender von Roubini Global Economics LLC, einem Anbieter für Kapitalmarkt
Trotz vieler Anfeindungen und Verspottungen aus der Fachwelt („Dr. Doom“ = „Dr. Untergang“) warnte Nouriel Roubini seit 2004 stets vor einem Platzen der Immobilienblase und einer daraus resultierenden „harten Landung“ der US-Wirtschaft.[6] 2006 warnte er vor einem Absturz der Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession.[7][8] 2008 warnte er, die aktuelle Finanzkrise habe mit der Pleite der Bear Stearns gerade erst begonnen, und der Weltwirtschaft drohe ein Kollaps. Er empfahl eine Verstaatlichung der betroffenen Banken; es sei besser, „die Banken besser gleich ganz [zu] kaufen und sie anschließend zu Geld [zu] machen“ als sie durch einen Aufkauf der faulen Kredite zu subventionieren. Die Gesamtverluste bezifferte er Anfang 2008 auf mindestens eine Billion Dollar, eine Schätzung, die abenteuerlich wirkte, bis der IWF sie sich kurz danach zu eigen machte. Internet - New York University: http://pages.stern.nyu.edu/nroubini/ » Internet - Roubini Global Economics: http://www.roubini.com/ »
Jeffrey Sachs (*1954) Professor für Volkswirtschaftslehre, New York University. Roubini ist ein US-amerikanischer Nationalökonom. Er ist Professor an der zur New York University gehörenden Stern School of Business und Gründer und Vorsitzender von Roubini Global Economics LLC, einem Anbieter für Kapitalmark.
Jeffrey David Sachs (born November 5, 1954, in Detroit, Michigan) is an American economist and Director of the Earth Institute at Columbia University. One of the youngest economics professors in the history of Harvard University, Sachs became renowned for implementing economic shock therapy throughout the developing world and in Eastern Europe, and subsequently for his work on the challenges of economic development, environmental sustainability, poverty alleviation, debt cancellation, and globalization. Sachs is the Quetelet Professor of Sustainable Development at Columbia's School of International and Public Affairs and a Professor. Literatur - Eines seiner bedeutendsten Werke in den vergangen Jahren ist "Das Ende der Armut - Ein ökonomisches Programm für eine gerechtere Welt" Englischer Originaltitel: "The End of Poverty: Economic Possibilities for Our Time". Die Grundthese ist, dass Detailliert beschreibt der Autor die mannigfachen, sich häufig wechselseitig verstärkenden Ursachen für den Fortbestand extremer Armut inmitten größten Wohlstands. Und er lässt es nicht bei der Zustandsanalyse bewenden, sondern auf. Internet - Columbia University: http://www.earth.columbia.edu »
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