Dissertation - Grundlagen für das Forschungsprojekt

 

"On ne voit bien qu´avec le coeur. L´essentiel est invisible pour les yeux."

Antoine de Saint-Exupéry

 

Grundlagen für das Forschungsprojekt sind folgende Schwerpunkte: Ordnungsökonomik, Bildungsökonomik, der Wachstumsökonomik, der Innovationsökonomik, internationale Wirtschaftsbeziehungen sowie Wirtschaftsgeschichte. Im Folgenden werden die Schwerpunkte kurz beschrieben, sowie die wichtigsten Autoren vorgestellt, auf die in dem Forschungsprojekt zurückgegriffen werden soll.


Schwerpunkte des Forschungsprojektes

Bildungsökonomik - Die volkswirtschaftliche Disziplin der Bildungsökonomie (bzw. Bildungsökonomik) beschäftigt sich mit der Auswirkung von Bildung und Bildungsinvestitionen bzw. der Verbesserung ihrer Allokation auf individuelle und gesamtwirtschaftliche Erträge auf dem Arbeitsmarkt und auf das langfristige Wirtschaftswachstum von Volkswirtschaften. Basierend der Schätzung kausaler Effekte durch geeignete ökonometrische Verfahren werden die Rendite verschiedener Bildungsinvestitionen geschätzt, die in wesentlichen Ansätzen auf Jacob Mincer zurückgehen. Die Anfänge der Disziplin gehen auf die Arbeiten zum Humankapital des Nobelpreisträgers Gary Becker aus den 1960er Jahren zurück. Im Folgenden werden wichtige aktuelle Forschungsergebnisse nahmhafter Wissenschaftler aus dem Bereich der Bildungsökonomik und wichtiger Studien präsentiert.

Wachstums- und Innovationsökonomik - Gegenstand der Wachstums- und Innovationsökonomik, als Teildisziplinen der Wirtschaftswissenschaft, sind die ökonomischen Ursachen und Wirkungen des durch Innovationen angestoßenen technologische und organisatorische Wandels bzw. die Analyse der Bildung von langfristigem Wirtschaftswachstum. Fragestellungen sind hierbei unter anderem, in welchem Umfeld Innovation entsteht und sich am Markt durchsetzt; die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften sowie die Auswirkungen auf Entwicklungsunterschiede zwischen Ländern oder Regionen.

Wirtschaftsgeschichte - Die Wirtschaftsgeschichte ist eine Brückendisziplin zwischen den Wirtschaftswissenschaften und der Geschichtswissenschaft. Sie untersucht die historische Wirtschaftsentwicklung in Zusammenhang mit anderen Kulturveränderungen. Dies macht, je nach Betrachtungsweise, Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre zu Hilfswissenschaften der Wirtschaftsgeschichte, oder aber die Wirtschaftsgeschichte zum Untersuchungsfeld für wirtschaftswissenschaftliche Studien zur epochenübergreifenden Gültigkeit ihrer Theorien. In der universitären Lehre in den deutschsprachigen Ländern ist die Wirtschaftsgeschichte meist zusammen mit der Sozialgeschichte als Sozial- und Wirtschaftsgeschichte gekoppelt.


Ludger Woessmann (*1973)

Professor für Volkswirtschaftslehre, insb. Bildungsökonomik.
Center for Economic Studies (CES), Volkswirtschaftliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Curriculum - Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Philipps-Universität Marburg ging er 1998 nach Kiel an das Institut für Weltwirtschaft zum Advanced Studies Program in International Economic Policy Research. Er wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe für Humankapital und Wachstum und erlangte 2001 die Promotion bei Horst Siebert mit dem Thema Schooling and the Quality of Human Capital. Ab 2003 arbeitete er am ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München und leitete dort den Bereich Humankapital und Innovation. Im Jahr 2006 übernahm an der Ludwig-Maximilians-Universität München den Lehrstuhl für Bildungsökonomie, welcher erstmals in Deutschland eingerichtet wurde.

Ludger Woessmann

Forschungen - Seine Forschungen und Veröffentlichungen auf den Gebieten der Ökonomie der Bildung, des Wachstums und der Innovation führten zu Einladungen als Gastprofessor an die Havard University, Stanford University, Cornell University, die Aarhus School of Business und an das National Bureau of Economic Research. Seine inzwischen über 100 Veröffentlichungen zu den Themen der Schulautonomie im Zusammenhang mit der erzielbaren Leistung und der Chancengleichheit ermöglichten es, als Koordinator im Europäischen Expertennetzwerk Bildungsökonomik tätig zu werden. Am 7. Dezember 2005 gründete er mit anderen den Aktionsrat Bildung, der von der bayerischen Industrie unterstützt wurde. Weiterhin betätigte er sich beim Verein für Sozialpolitik im Ausschuss für Bildungsökonomie. Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitet er in der Forschungsgruppe Heterogenität der Arbeit mit.

Seine Arbeitsschwerpunkte in der Forschung liegen in der Bildungsökonomik, der Wachstumsökonomik, der Innovationsökonomik sowie der Wirtschaftsgeschichte.

Erkenntnisse - Unter anderem in seinem 2007 veröffentlichten Buch "Letzte Chance für gute Schulen: Die 12 großen Irrtümer und was wir wirklich ändern müssen" sowie in der aktuellen OECD-Studie beschreibt Woessmann einige seiner wichtigsten Forschungsergebnisse: besser Bildungsergebnisse müssen nicht durch höhere Ausgaben erreicht werden, sondern vielmehr durch eine bessere Verwendung der vorhandenen Mittel; kleinere Klassengrüßen führen nicht zwangsläufig zu besseren schulischen Leistungen; die Probleme im deutschen Schulwesen existieren mindestens bereits seit den 1960er Jahren; den Schulen sollte mehr Freiheit gewährt werden, aber verbunden mit gemeinsamen Zielen, z.B. in Form von nationalen Abiturtests; etc. Große Resonanz rief auch sein Forschungsergebnis über den Bildungsvorsprung von Protestanten gegenüber Katholiken im 19. Jahrhundert hervor, was der fast 100 Jahre alten These des deutschen Nationalökonom und Mitbegründer der Soziologie Max Weber vom kapitalistischen und innovativen "Geist des Protestantismus" zumindest in Teilen widerspricht: Demnach waren Protestanten erfolgreicher, weil ihre Strenggläubigkeit zu besonders intensiven Bibelstudien unter Schülern führte, und damit deren Lese- und Rechtschreibfähigkeiten förderte - einen Vorsprung den die Katholiken dann nicht hatten.

Literatur von Ludger Woessmann:

The Decline of Schooling Productivity in OECD Countries mit Erich Gundlach und Jens Gmelin, in: Economic Journal, 111 (2001) 471

Schooling and the Quality of Human Capital, Berlin 2002

Central Exams Improve Educational Performance: International Evidence, Kieler Diskussionsbeiträge, Bd. 397, Kiel 2002.

Schooling Resources, Educational Institutions, and Student Performance: The International Evidence, in: Oxford Bulletin of Economics and Statistics, 65 (2003) 2

Letzte Chance für gute Schulen: Die 12 großen Irrtümer und was wir wirklich ändern müssen, Gütersloh 2007

Mehr Informationen im Internet:

ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München: http://www.cesifo-group.de/ »

Ludwig-Maximilians-Universität München: http://www.edu.vwl.uni-muenchen.de/index.html »

 


James Heckman (*1944)

Henry Schultz Distinguished Service Professor of Economics an der University of Chicago,
Distinguished Chair of Microeconometrics am University College in London sowie an der University College in Dublin.

Seit 2000 zusammen mit Daniel McFadden Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften für die Entwicklung von Theorien und Methoden zur Analyse selektiver Stichproben.

James Heckman

Literatur von James Heckman:

  • Inequality in America: What Role for Human Capital Policy?. J. Heckman and A. Krueger, eds. forthcoming MIT Press. (2003.)
  • Evaluating Human Capital Policy. Princeton University Press. (2004)
  • Law and Employment: Lessons From Latin America and the Caribbean. University of Chicago Press. (2003)
  • Incentives in Government Bureaucracies: Can Incentives in Bureaucracies Emulate Market Efficiency?. Brookings. (2004)

Mehr Informationen im Internet:

University of Chicago: http://jenni.uchicago.edu »

Nobelpreis Foundation: http://nobelprize.org/nobel_prizes »